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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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ſchen Kindern und Eltern reißen können, überſpringt doch immer die Liebe, wenn der Tod droht, Eines oder das Andere zu entführen.

Der Arzt begriff den Zuſammenhang nicht, that aber, was er für ſeine Pflicht hielt, und zeigte Hartmann's Vater nun an: daß die Kriſis nicht nur vorüber, ſondern der Leidende auch außer Gefahr und auf dem Wege der Beſſerung ſei.

Er hatte ſich in ſeinen Vermuthungen nicht getäuſcht; da die erſte Nachricht nur in der Eile auf den Umſchlag jenes Briefes, den Zacharias an den Vater geſchrieben, und der den Avis der Tratte von den zweitauſend Thalern überbrachte, ſo hatte dies der alte Hartmann über den Aerger ganz überſehen; jetzt kam die Mutter in wahrer Todesangſt mit Extrapoſt ſelbſt an, und fand glücklicher⸗ weiſe ihren Sohn faſt ganz hergeſtellt.

Man kann ſich die Erkenntlichkeit und Dankbarkeit der glücklichen Mutter denken, die nach einem ſo fürchterlichen Schrecken, nach einer Reiſe voll Todesangſt und Qual ihr einziges Kind gerettet in ihre Arme ſchließt.

Nicht nur die reichſten Geſchenke floſſen dem Arzte zu, ſondern ſie erſchloß ihm auch ihr Herz unter Thränen; da nahm ſie der edle Mann bei der Fanb, führte ſie in ein Nebenzimmer und ſagte:

„Verehrte Frau, ich habe nur gethan, was ich als Arzt und Menſch zu thun ſchuldig war. Gelang es mir aber, Ihren Sohn zu retten, ſo haben Sie dies größtentheils einer andern Perſon zu danken; einer Perſon, die ihr Leben daran wagte, Ihren Sohn Tag und Racht zu pflegen, und welche— eben durch dieſe liebevolle Pflege, durch die