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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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„Wohl viel!“ entgegnete der Arzt verletzt.—„Wer aber ſein Leben dafür wagt, ich meine, der habe bewieſen, daß er es redlich meine; denn er hat ja ſein Alles daran geſetzt. Uebrigens konnte Clariſſe nicht beab⸗ ſichtigen, Ihren Sohn durch dieſe rühmliche Aufopferung zu gewinnen; denn ſie ging, ohne daß er erfuhr, wer ihn gepflegt, und bat mich überhaupt, die Sache geheim halten. Da ich aber auch in ihrer Seele las, daß ihre Seligkeit von einer dauernden Vereinigung mit Zacharias abhänge, ſo ſah ich mich gedrungen, Sie über das Verhält⸗ niß Beider aufzuklären. Weiter geht meine Befugniß frei⸗ lich nicht.“

„Ich danke Ihnen, Herr Doktor, für den Antheil, den Sie an meinem Sohne nehmen!“— ſagte die Mutter kalt —„und will die Sache meinem Gatten voriegen.“

Beide verließen das Gemach verſtimmt.

Mit Zacharias war unterdeſſen eine merkliche Verände⸗ rung vorgegangen. Es war ihm, als ſei er von einem langen Traume erwacht, deſſen Zuſammenhang ihm nicht mehr bewußt. Die Außenwelt mit ihren flüchtigen Reizen, ihren Wirr⸗ und Irrſalen, trat zurück, denn ein einziger Gedanke hatte ſeiner Seele eine neue Richtung gegeben. Er war entſchloſſen, nicht mehr zu reiſen, und ſich— koſte es auch, was es wolle— an Clariſſen's Seite ein dauern⸗ des häusliches Glück zu gründen. Seine ganze Seele warf ſich mit voller Thätigkeit nun auf dieſe einzige Idee. Nur in ihrer Erfüllung ſah er die freundliche Löſung aller ſeiner Wünſche, und er nahm daher auch keinen Anſtand, ſich ſeiner Mutter unumwunden zu erklären.

Die gute Frau gerieth hierüber aber in ſchwere Kämpfe,

„