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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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ließ nach, die graſſen Bilder zerfloſſen, der Athem ging ruhiger, und als ob ein Engel ſich ihm ſegnend genaht, zog der Friede in ſeine Bruſt. Er war wieder in Fenni⸗ more's Zimmer, aber Jahrzehnte waren vergangen. Es däuchte ihm, er entſinne ſich des holden Weſens mit einer ſtillen Wehmuth, und doch ſah er ihre Geſtalt wieder. Endlich ordneten ſich die Ideen. Es war ja Elmerice, die Enkelin Jener, ihr ſo gleich an Schönheit und Liebens⸗ würdigkeit. Und ſiehe! Emmy Gray, die alte, treue Die⸗ nerin, voll der poetiſchen Liebe zu ihrer einſtigen Herrin, kauerte zu Elmericens Füßen, die ſie mit unſäglichem Ent⸗ zücken anſchaute. Und Fennimore's Ebenbild lag ſchlum⸗ mernd in einem Seſſel, und neben ihr brannte ein Nacht⸗ licht, deſſen matter Schein das Zimmer kaum erhellte. Sie trug ein einfaches Kleid, das ihr unendlich gut ſtand.

Zacharias aber wußte nicht, ob er wache oder träume. Er war ſich ſelbſt bewußt, er fühlte, daß er in einem weichen Bette liege, und doch ſaß ihm gegenüber Elmerice im Seſſel, das blaſſe Haupt auf den Arm geſtützt. Die Alte war verſchwunden. Aber je länger Zacharias das bleiche Weſen anſtarrte, deſto deutlicher trat Clariſſen's Bild vor ſeine Seele. Das war ihre ganze Figur, das war ihr Fuß, ihr Arm, das waren ihre Züge.

Hartmann richtete ſich halb auf. Er fühlte nach der Stirne, ob er wache oder träume. Er wußte es nicht. Wie war er hieher, wie in dies Bett gekommen? War er in St. Roche? und wo war die Erinnerung an die nächſte Vergangenheit?— und jenes weibliche Weſen? es athmete, in tiefe Gedanken verloren, ſchien es halb zu wachen, halb zu träumen. Ha!— ein Geräuſch hat es