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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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fielen hernieder auf ſeine Wangen und ſanft ſagte ſie: „Unerſchöpflich iſt der Liebe der Quell der Vergebung, und aufrichtige Reue trägt die Vergebung in ſich. Sei mein, Du gute Seele, und ich will Dich umſchlingen und ſchützen gegen die Laſter und Härte der Welt.“

Und Fennimore zog ihn leiſe an ſich, und als er ihr in das Antlitz blickte, trug es die Züge Clariſſens.

Aber die Laune des Traumgottes wechſelte die Scene. Verſchwunden war die behagliche Pracht, zerſtoben das ſüße Doppelbild. Zacharias ſtand auf einer gelichteten Wald⸗ ſtelle. Es war Mitternacht, und nur ſchwach konnte er die koloſſalen Maſſen Sanct Roche's erkennen, die finſter und drohend in den Nachthimmel ragten. Da brausten zwei Reiter vorüber und nahmen den Weg nach dem Schloſſe. Eine unwiderſtehliche Gewalt zog Zacharias nach, er folgte und ſah ſich bald in jenem unheimlichen Prunkgemache, in welchem einſt die unglücklichen Brüder Ludwig und Re⸗ ginald entſchlummert, um ſich nie wieder zu ſehen. Auch ihm zogen jetzt, wie damals dem Letzteren, die Geſtalten der Vorzeit vorüber, er ſah wie Jener: Katharina von Medicis, Theophine von Crech, Spinola und Souoré— auch er hörte den unſeligen Schuß, durch welchen der Bru⸗ der bewußtlos den Bruder tödtete— auch er erblickte Ludwigs Leiche, abrr der Traum wandelte ihn ſelbſt in Reginald, und gepeitſcht von den Furien der Hölle floh 3 weit! weit weg!

Die Bruſt des Träumenden hob ſich hier gewaltſam, er keuchte und ſtöhnte und eine namenloſe Angſt marterte ihn. Da fühlte er ganz deutlich eine kühle Hand ſich wohl⸗ thätig auf ſeine Stirne preſſen: der Sturm der Gefühle