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Es war ihm aber wunderbar zu Muthe. Er befand ſich, wie ihm dünkte, in dem alten, düſteren Schloſſe, und durchwandelte an der Hand eines unbekannten Führers die hohen und weiten Gemächer deſſelben. Alles athmete jene gediegene Pracht, von der er einſt geleſen. Dies waren die ſchweren ſeidenen Tapeten, dies die hohen Spiegel von brei⸗ ten Goldrahmen umgeben; dort die goldenen und ſilbernen Gueridons, die Tiſchchen und Büchergeſtelle von Marmor oder ſeltenen Holzarten, hier das kleine Poſitiv, von Engeln getragen, und der künſtlich geſchnitzte Betpult von Eichen⸗ holz. Selbſt in den ſchönen Gefäſſen aus Japan prangten die Blumen und erfüllten die Luft mit ihrem ſüßen Hauche. Und wohin er blickte, überall der Reichthum des Geſchmackes Ludwigs des Vierzehnten und die holde Behaglichkeit einer ſinnigen Anordnung.
Ein matter Dämmerſchein lag aber auf den Gegenſtän⸗ den, und tiefe Ruhe herrſchte rings umher. Siehe, da hob ſich am fernen Horizonte der Mond und goß ſein bleiches Licht durch die hohen Fenſter und die offene Thüre, und das Gärtchen, das draußen lag, prangte in ſeinen Strahlen in ſtiller Lieblichkeit.
Gegen die Thüre aber ſtand ein hoher Lehnſtuhl, um welchen Roſen in ſchönen Gefäſſen blühten, und auf ihn hingeſtreckt ſaß ein ätheriſches Weſen.
Es war Fennimore. Der Träumende aber fühlte ſein Herz überwältigt von Liebe zu der ſüßen Geſtalt der Lei⸗ denden und zerriſſen von Reue über eigene Schuld, und er ſank ihr weinend zu Füßen, und flehte ſie an, daß ſie ihm vergeben und ihn wieder aufnehmen möchte in ihre Liebe. Da entquollen den Augen der Geliebten heiße Thränen und


