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ſchwebte ein Bild durch ſeine Träume: liebend, ſehnſüch⸗ tig, verſöhnend, rettend!— und dies eine Bild war das Clariſſen's.
Wunderbar!— vft glaubte er ſie ganz deutlich ſprechen zu hören— oft dünkte ihm, ſie beuge ſich voll liebender Sorge über ihn; ja er fühlte manchmal ihren Kuß, und Seligkeit thaute mit dieſem auf ihn hernieder, wie lindern⸗ der Balſam auf eine tiefe und ſchmerzliche Wunde.
Endlich war die Kriſis glücklich vorübergegangen. Die Phantaſieen ließen allmählich nach, ein geſunder Schweiß trat ein und mit ihm von Zeit zu Zeit ein ruhiger Schlummer..
Dennoch war dem Leidenden das Bewußtſein noch nicht zurückgekehrt; nur freundlicher waren die Phantaſieen ge⸗ worden, und namentlich jetzt war es, daß Clariſſen's Bild dem Kranken ſo oft und ſo deutlich erſchien.
In einer Nacht hatte er wieder von der Geliebten ge⸗ träumt; aber in ſonderbarer Verſchmelzung in poetiſcher Form, getragen von einem andern theuren Bilde, war ſie ihm erſchienen. Vor Kurzem hatte er nämlich den lieb⸗ lichen Roman der Frau von Paalzow„St. Roche“ geleſen, und war von demſelben, namentlich von dem himmliſch⸗ ſüßen Bilde ſeiner Fennimore ſo tief berührt, ſo ergriffen worden, daß ſich ſein Geiſt noch jetzt mit ihm beſchäftigte. Aber dieſe ätheriſche Schöpfung eines dichteriſchen Kopfes, ihm lieb geworden, theilte ja die Neigung mit der wahren und lebenden Geliebten, und ſo verſchmolz denn auch der phantaſtiſche Traum beide Weſen in Eines, und in der zarten Geſtalt Fennimore's umſchwebte den Glücklichen die Geliebte.


