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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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und ſiehe, es waren ſcheußliche Schlangen, die ihn umziſch⸗ ten und umwanden, und ihn zerriſſen und ſein Herzblut tranken. Und Zacharias fühlte, wie er immer ſchwächer und ſchwächer wurde, und unter dem triumphirenden Hohn⸗ gelächter der Schlangenſchweſtern ſtarb.

Aber ein Tropfen ſeines Herzblutes war auf die Erde gefallen, und ſiehe! aus der rothgedüngten ſproßte es em⸗ por wie zart⸗grüne Blätter, und die Blätter wurden größer und größer und entfalteten ſich, und der Schaft ſchoß auf und trieb herrliche blaue Blüthen. Es war ein Vergiß⸗ meinnicht von ſeltener Schönheit und Größe. Aber auch die Blumen wollten die Schlangen verderben— da regte es ſich in ihr wunderbar, und wob und wirkte wie Zauber⸗ duft, und aus dem Kelche der Blume hob ſich ein ſchlankes Frauenbild, und wie es den lichten Schleier zurückſchlug, war es Clariſſe. Vor ihrem Bilde aber flohen die Unge⸗ heuer, und ſie neigte das Haupt, wie müde von Gram und Sorgen, nieder. Ueber die bleichen Wangen rannen bittere Zähren und ſie ſtreckte die Hände nach dem Todten aus und rief mit einem unausſprechlich wehmüthigen Tone:„Ge⸗ liebter, kehre wieder, oder auch ich welke Dir nach!“

Ach, es waren Höllenqualen, die hier Zacharias zer⸗ riſſen; er fühlte ſeine Bruſt leer und hohl, ſein Auge trocken, ſein Herz blutlos und ſtarr, und er hätte doch die Blume, die ſichtbar zu welken anfing, gern mit ſeinen Thränen und ſeinem Blute begoſſen— um ſie zu retten. Aber matter und matter ſenkten ſich die Blätter und Cla⸗ riſſen's ſchönes Haupt— bis ſie auf ſeine„hohle Bruſt ſank und auf ihr verging.

Noch fürchterlichere Phantaſieen hatte er, aber faſt immer