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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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angenommen, und Gott Bachus, der unſichtbar mitten unter ſeinen Prieſtern ſaß, freute ſtch der luſtigen Vögel.

Auf Goldmännchen hatte der Wein nur einen angeneh⸗ men Eindruck gemacht. Er war, was man zu ſagen pflegt, kreuzfidel, ſang ſeine luſtigen Lieder, und tanzte der Geſell⸗ ſchaft, trotz ſeiner Dicke, einen Menuet auf das Graziöſeſte vor. Froſch war ſtumm geworden und glotzte halb ſchlafend immer auf einen Fleck, ohne jedoch zu vergeſſen, ſein Glas von fünf Minuten zu fünf Minuten auf einen Zug zu leeren. Selbſt als die„Lokomotive“ zum allgemeinen Ju⸗ bel vorſchlug: Brüderſchaft zu trinken, und dies auch unter zärtlichen Küſſen geſchah, blieb Jener unbeweglich und ſagte nur— undeutlich quackend—„Es gilt!“—

Zacharias war im ſiebenten Himmel der Liebe. Sein

Herz war ſo gefühlvoll geworden, daß ſeine Augen bei dem

Schmollistrinken in heißen Zähren überliefen. Er ſchwärmte! — und der Zug nach ſeiner angebeteten Clariſſe war ſo groß — daß er beinahe nach Poſtpferden geſandt hätte, um auf der Stelle zu ihr zurückzukehren.

Den Schwaben hatte der Patriotismus ergriffen. Er behauptete, der Neckarwein überrage an Güte bei weitem den Champagner, und Stuttgart ſei ein zweites Paris; worüber er dem Spreitzer in die Haare gerieth, der „Frankfort“ über Alles ſtellte und dabei aufſchnitt und prahlte, daß die Wände des Saales blau anliefen. Am göttlichſten aber war der Berliner. Er erzählte ſämmtliche Liebesaffairen, die er heute ſchon einmal zum Beſten gege⸗ ben, noch einmal,— nur mit dem Unterſchiede, daß er an alle Zahlen eine Null anhing, die Baroninnen zu Grä⸗ finnen und die Marquiſinnen zu Fürſtinnen avanciren ließ,