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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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wird's erſt recht hübſch. Auf das Bier muß man eine Flaſche Wein ſetzen. Hopla! Kellner! eine Flaſche Markgräfler!“

„Aber meine Herren....“ ſtotterte Zacharias.

„Was aber!“— quackte Froſch, und bei dem fürchter⸗ lichen Schall ſeiner Stimme fuhren alle Fremden, die noch im Zimmer ſaßen, entſetzt in die Höhe—„vor zwei Uhr Morgens geht kein ordentlicher Reiſender zu Bett.“

„Geh weck un ſei kein Mammeſöhnche!“ ſetzte Spreitzer hinzu und zog Zacharias wieder zum Stuhle nieder. Hartmann gab nach. Was wollte er machen? Sollte er ſich gleich den erſten Abend compromittiren? Sollte er ſich als ein verzär⸗ teltes Herrchen ausſchreien laſſen?— oder gar als geizig er⸗ ſcheinen?— und den Brief— nun den konnte er ja auch morgen ſchreiben, oder übermorgenz kurz er blieb.

Die Flaſche Markgräfler war bald verſchwunden, eine, zweite folgte, eine dritte— die Unterhaltung ward immer luſtiger— und da ſich keiner von dem Anderen wollte freihal⸗ ten laſſen, ſo ſtanden endlich ſechs Flaſchen auf dem Tiſch.

War die Unterhaltung bei dem Nachteſſen etwas lahm geweſen, ſo war ſie jetzt um ſo lebhafter und lauter. Die Geſichter glühten, die Augen funkelten, die Pulſe hüpften. Der Wein hatte die Herzen Aller geöffnet, jede Sorge aus denſelben verjagt, jede Falte geglättet. Indeſſen äußerte er ſich doch ſchon verſchiedenartig. Froſch war ſo nüchtern, als habe er nur Waſſer getrunken; Goldmann ſo recht in⸗ nerlich vergnügt, der Berliner blieb ſich gleich, den Andern merkte man nichts an, und Zacharias war außer ſich vor Luſt. Er wollte ſich todtlachen über die luſtigen Liedchen, die Goldmann— als ſich alle übrigen Gäſte entfernt hat⸗ ten— anſtimmte.