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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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immer luſtig— war es natürlich, daß Goldmännchen bei Kunden und Reiſenden willkommen war, und ſich gern ein Kreis um ihn ſammelte.

Die beiden anderen Herren, wovon der Eine ein Ber⸗ liner und der Andere ein Stuttgarter war, zeichneten ſich wenig aus, nur daß Erſterer ebenfalls für eine aus einem

Modejournal geſchnittene Figur gelten konnte. Die ganze Geſellſchaft aber unterhielt ſich vortrefflich, theils mit der Conſumtion des ausgezeichnet guten Bieres, mit Anhören der Muſik und Kritiſiren der vorüber⸗ gehenden Damen, theils auch mit Erzählung von Liebesaben⸗ ern, die der Eine und der Andere erlebt hatte, oder— doch ℳ bt haben wollte. Zacharias war ganz erſtaunt über die Unzahl von Siegen, welche ſeine neuen Freunde ſchon über Mädchen und Frauen dutzendweiſe davongetragen. Er beneidete ſie um ſolch' ein unverſchämtes Glück, ſie dünk⸗ ten ihm wahre Helden auf dem Felde der Liebe; demuner⸗ achtet hatte er den Muth nicht, ſein kleines ſelbſterlebtes Abentener zu erzählen; es kam ihm gegen die großartigen Siege der Andern, namentlich des Frankfurters und Ber⸗ liners, gar zu unbedeutend vor, zumal Letzterer faſt nur von Baroneſſen und Marquiſinnen ſprach.

Unterdeſſen war die Nacht angebrochen, und da es Jeder von der Geſellſchaft bis auf drei Flaſchen Bier gebracht hatte, — Zacharias war nur um eine halbe zurück— entſchloß man ſich, heimzukehren und miteinander zu Nacht zu ſpeiſen.

Der Heimweg war nur für Hartmann und den Schwaben etwas beſchwerlich, die Beide, von dem guten Bierſtoff ein wenig angeraucht, auf dem dunklen, abſchüſſigen Wege laviren 3 mußten. Auch ſetzte ſich Zacharias unterwegs zweimal un⸗