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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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er in der That mehr einem ausgebalgten und aufgeblaſenen Froſche als einem Menſchen glich. Das wie ein Fettſack herabhängende Doppelkinn, der Mund, der nahe bis an die beiden Ohren reichte, die dicke rothe Naſe, und namentlich die Augen, welche in dem Umfange von Kinderfäuſten vor dem Kopfe lagen, und ſchrecklich in die Welt glotzten, gaben ihm ein abſchreckendes Aeußere, wozu noch eine quackende Stimme kam, deren Trompetentöne der Inhaber zu mildern nicht im Stande war.

Auf eine bei weitem vortheilhaftere Weiſe zeichnete ſich der Andere aus, welchen ſeine Gefährten: Goldmar Goldmännchen, oder auch:„die Lokomotivg“ nannten Letzteren ſcherzhaften Beinamen, unter welchem Golhen faſt überall bekannt war, hatte er erhalten, weil er— eben⸗ falls ganz außerordentlich corpulent— bei der geringſten Bewegung wie eine Lokomotive ſchnaufte und dampfte.

Seiner Dicke aber ungeachtet war Goldmann ein hübſcher Mann. Seine Größe machte die Corpulenz weniger auffallend. Seine Züge trugen das unverkennbare Gepräge eines ewig heiteren Geiſtes und eines aufrichtigen guten Herzens.

Die kleinen, lebendigen Augen funkelten lüſtern, und die rothen Wangen verkündeten eine kräftige Geſundheit.

Wilde Stürme waren über Goldmann's Haupt dahin⸗

gebraust, er hatte Hunderttauſende beſeſſen und wieder ver⸗

loren;— aber— keinen Augenblick war der heitere Sinn von ihm gewichen. Mit einer beneidenswerthen Leich⸗ tigkeit wußte er ſich in alle Lagen des Lebens zu finden, und dieſem die ſchönſte Seite abzugewinnen. Dabei höchſt thätig und eifrig in ſeiner Pflicht, freundlich und zuvor⸗

kommend gegen Fremde, herzlich gegen Freunde— und