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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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Zacharias ſchwankte nicht lange. Für Geſchäfte war es zu ſpät, er machte daher hurtig Toilette und trat den Weg nach dem Schloſſe an.

So mühſam er dieſes erſteigen mußte, ſo reichlich fand er ſich für die Anſtrengung belohnt. Er konnte ſich nicht ſatt ſehen, weder an den vielen Ausſichten, noch an den Ruinen ſelbſt, aus welch' letztern ihm der wunderbare Zauber der Poeſie entgegenwehte. War es ihm doch, als ſähe er geiſterhafte Geſtalten durch die prachtvollen Trüm⸗. mer gleiten, als höre er ſie in klagenden Tönen ſingen: von den ſchönen Tagen einer kräftigeren Vorzeit, von Hel⸗ denruhm und Minne und dem Dahinwelken aller irdiſchen Größe*).

Süße Träume feſſelten den jungen Mann, und er würde noch lange zwiſchen den Steinmaſſen herumgewandelt ſein, wären nicht die Töne einer lieblichen Muſik wie bunte Schmetterlinge aus dem Schloßgarten zu ihm herüberge⸗ flogen. Er ſchrieb noch die verſchlungenen Anfangsbuch⸗ ſtaben von ſeinem und Clariſſens Namen an eine weiße Thurmwand, umſchlang beide mit einem Herz, warf dann den letzten Blick aus den gothiſchen Fenſtern in die freund⸗ liche Tiefe und riß ſich gewaltſam von der romantiſchen Umgebung los.

Er trat in den Garten. Aber wie wunderbar wechſelte damit das Leben. Er glaubte ſich durch die Gewalt einer

*) Freunde landſchaſtlicher Poeſie machen wir auf einen Ro⸗ manzen⸗Cyelus: Heid elberg, aufmerkſam, welcher ſich in den„Gedichten von Heribert Rau“ befindet und an Schönheit mit der geſchilderten Natur wetteifert.