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Zacharias konnte noch wenig über ihn ſagen, dennoch glaubte er aus den paar Worten, die Jener mit ihm über die Reiſeſpeſen gewechſelt, ſchließen zu dürfen, daß er ſehr ſparſam ſei.
Ernſt lachte hell auf, und rief dann:„Ich will Ihnen einige Züge von ihm mittheilen, damit Sie auch Ihren zukünftigen Peiniger kennen lernen. Er iſt, wie Sie viel⸗ leicht wiſſen, Wittwer und kinderlos, ſeine ganze Haushaltung beſteht daher aus ſeiner Perſon. Mittags ſpeist er ſo we⸗ nig als möglich, Abends aber— ißt er Käſe und Brod. Um indeſſen auch bei der letzten Ausgabe ſo viel wie mög⸗ lich zu ökonomiſiren, hat ſich der gute Mann ein Lädchen gemerkt, in welchem zwei Ladenmädchen dieſe Gabe Gottes ausſchneiden. Da aber die Eine beſſer zu wiegen pflegt als die Andere, ſo ſpaziert Duppendörfchen bei Wind und Wetter ſo lange auf der Straße auf und ab, bis er merkt, daß die Gutwiegende am Ladentiſch ſteht. Halten Sie dies ja für keine Anekdote, auch dann nicht, wenn Sie ihn heute Mittag fürchterlich freſſen ſehen. Denken Sie, daß er bei uns zu Gaſt iſt, und das Mittageſſen alsdann auch für den Abend reichen muß.“
Zacharias konnte kaum begreifen, wie es möglich ſei, daß ein Menſch ſo ganz auf alle Lebensgenüſſe, nur für den Beſitz großer Schätze verzichten könne.
„Glauben Sie ja nicht“— entgegnete Ernſt—„daß ein ſolcher Filz ohne Genuß ſei. Hungern, mit der Ge⸗ wißheit, einen Groſchen erſpart zu haben, iſt ihm Seligkeit, und das glückliche Erwiſchen eines etwas größeren Stück⸗ chens Käſe heitert ihn den ganzen Abend auf, den er— Licht zu ſparen— im Bette zubringt.“


