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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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fand in dem kleinen, dürren, ängſtlich⸗dreinſehenden Dup⸗ pendorf das vollkommene Gegentheil Dahlmann's.

Duppendorf trug einen verſchabten grauen Rock à la Lorenz Stark; aber dies à la konnte man bei ihm auch nur auf den Rock, leider nicht auf die Seele beziehen. Seine kleinen, grauen Augen liefen wie Queckſilberkügel⸗ chen hin und her, und ſchienen eine gewiſſe, nimmerſatte Gier zu verrathen. Die winzige Figur ſaß dabei auf einem himmelhohen, alten Drehſtuhle; wahrſcheinlich damit die Füße nicht zur Erde kommen und ſich die Stiefel daher auch im Sitzen nicht unnöthig abtreten konnten⸗

Zacharias, der, geſchützt durch die vor ihm Stehenden, ungeſehen beobachten konnte, gewahrte, daß Duppendorf's Argus⸗Blicke beſtändig über die Pulte des Comptoir⸗Per⸗ ſonals liefen; gleichſam Wache haltend über die Thätigkeit der Arbeiter im Weinberge des Herrn, und über deren Verſchwinden; wie ihm denn jedes neue Schneiden einer Feder, oder gar das Weglegen eines verſchriebenen Stück⸗ chen Papiers kalte Schweißtropfen auf die Stirne trieb. Was er aber damit wollte, daß er von allen alten Brief⸗ couverts die zerbrochenen Siegel ſorgſam abmachte, und die Stückchen derſelben in ſeine Taſche ſchob— dies ver⸗ mochte unſer Held nicht zu enträthſeln.

Er grübelte hierüber noch nach, als ihn verſchiedene Rippenſtöße aus ſeinem Sinnen erweckten; ſie kamen von ſeiner Umgebung, die ſich eben— da ſich die Excellenz zum Weggehen anſchickte— in zwei Colonnen theilte und unter tiefen Bücklingen den Miniſter, wie einen Spieß⸗ ruthenlaufenden zwiſchen ſich durchgehen ließ.

Aber mit dem Verſchwinden des Staatsmannes ſollte