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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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wie viel Hemden und Ueberfluß an Geldmanco der An⸗ dere beſitzt.

Hartmann freute ſich der ſchönen breiten Straßen, die nobel anzuſehen waren, da keine gemeine lärmende Thätig⸗ keit ſie entheiligte— ja, wie hätte er erſt geſtaunt, wenn er gewußt, daß die zwei einzigen Menſchen, denen er auf der Hauptſtraße begegnete, Beamte geweſen waren. Der ſchöne Brunnen ohne Waſſer erinnerte ihn freilich an Ab⸗ dera; aber er wagte in einer deutſchen Reſidenz keinen ſol⸗ chen verrätheriſchen Gedanken und unanſtändigen Verglei⸗ chungen nachzuhängen.

In wenigen Minuten war das Haus der berühmten Firma erreicht, und Zacharias trat nicht ohne Zagen in das Comptvir.

Das Lokal war weniger ſchmutzig und räucherig, als das ſeines Vaters und die der meiſten Frankfurter Kauf⸗ leute, die— eher Gefängniſſen und Rauchkammern als Schreibſtuben gleichen, trotz dem, daß der Principal ſammt ſeinem Perſonale den größten Theil des Lebens darin zu⸗ bringen müſſen; auch nicht ſo kalt, feucht und ungeſund wie jene war es;— aber auch— nicht ſo alt. Beſtand das Haus Dahlmann, Dunkert, Duppendorf, Compagnie und Conſorten— das, beiläufig geſagt, nur zwei Chefs, Dahl⸗ mann und Duppendorf hatte— doch erſt ſeit zehn Jahren; denn ſeit jener Zeit datirte ſich erſt der Reichthum der Chefs. Beide waren vor jener Zeit Ausläufer geweſen, hatten in der Frankfurter Lotterie bedeutend gewonnen, er⸗ langten dadurch Anſehen in den Augen der Welt, fingen einen kleinen Handel an, ſahen ſich vom Glück begünſtigt, fanden reiche Aſſocies, wurden wiederum durch den Tod