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junge Freund, einmal als Arzt angerufen, behauptete mit ernſter Miene, daß dies Brennen und Jucken allerdings gefährlich ſei, und beſtand auf weiterer Unterſuchung. So entſpann ſich ein ziemlich lebhafter Kampf zwiſchen Doktor und Patientin, der indeſſen dem Erſteren Gelegenheit gab, mit jeder Minute neue Reize an ſeiner ſchönen Gegnerin zu entdecken. In dieſem Augenblick ſchallte durch die offen⸗ ſtehende Thüre ein langer Kuß aus des jungen Ehepärchens Zimmer herüber, und fuhr wie ein elektriſcher Funke Za⸗ charias in die Seele. Ein Stoß des Ellenbogens warf die
Kerze zu Boden, daß ſie erlöſchte, und ſtörte ſo den ferne⸗
ren Lauf der Unterſuchung, die ſich damit endigte, daß die Patientin, ihr Unwohlſein völlig einſehend, dem Rathe ihres jungen Arztes nachgab und das von demſelben ver⸗ ordnete Mittel, nach einigem vergeblichen Widerſtreben, ein⸗
nahm. Auch wirkte dies Mittel ſo gut, daß, als Hart⸗
mann beim Erwachen die Schöne nach ihrem Befinden fragte, ſie ſich verſichert hielt, daß der noch einmalige Ge⸗
brauch der verordneten Mediein alles Brennen und Jucken
gänzlich vertreiben würde.
Als den kommenden Morgen der Kellner dem Herin
Hartmann das Frühſtück brachte, und, da er denſelben mit blaſſem, etwas zerſtörtem Antlitze auf dem Sopha liegend fand, ihn mitleidig frug:„Ob der Herr etwa unwohl ſei?“ antwortete Jener nur mit einem ſtummen Nicken; denn er fing gerade an, über den geſtrigen Abend zu philoſophiren. Das Bild ſeiner angebeteten Clariſſe trat vor ſeine Seelé; er gedachte des Treuſchwures, den er ihr erſt geſtern gelei⸗
ſtet hatte, und der Verſicherung: daß er nur ihr gehs⸗
ren, nur ſie lieben wolle. Er hätte ſich ſelbſt vor


