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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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noch einer leiſes Gelächter! Er lehnte ſeinen Kopf gegen die Thüre, fuhr aber, wie vor einem Geſpenſte in die Höhe, als hinter ihm ein tiefer, langer Seufzer ertönte. Er wandte ſich um. Niemand war im Zimmer. Neu⸗ gierig nahm er ſeine vorige Stellung wieder einz aber nach einer kurzen Weile ließ ſich derſelbe Seufzer hinter ihm vernehmen.

Was mag das ſein? dachte er, nahm das Licht und leuchtete unter ſein Bett. Aber weder hier noch ſonſt wo im Zimmer war Jemand zu erblicken. Da wiederholte ſich das

Seufzen abermals und nun konnte Zacharias deutlich unter⸗

ſcheiden, daß der Ton aus dem Zimmer der ſchönen Jüdin kam.

Entſchloſſen wandte er ſich nach jener Thüre, legte die Hand auf den Drücker und beugte das Ohr gegen das Schlüſſelloch. Aber ſiehe! die Thüre gab nach und öffnete ſich leiſe.

Mit einem gemäßigten Schrei des Entſetzens, ob künſt⸗ lich, ob natürlich, iſt ſchwer zu unterſcheiden, empfing ihn die Seufzerin, die, im Bette liegend, den Eintretenden beim Scheine der noch brennenden Kerze ſogleich erkannte. Mit Haſt zog ſie die Decke bis unter das Kinn und rief:

Wie darfe Sie wagen, Herr, bei Nacht in das Zim⸗ mer eines anſtändigen Mädchens zu dringen? ich muß Sie erſuchen, mich ſogleich wieder zu verlaſſen, oder ich ſehe mich genöthigt, die Schelle zu ziehen.

Beruhigen Sie ſich, meine Schöne, entgegnete Zacha⸗ rias, der ſich nun plötzlich in einem Entſchluſſe feſt fühlte; beruhigen Sie ſich, es ſoll Ihnen durchaus kein Leid geſchehen. Nur Angſt und Beſorgniß vermochte mich zu dieſem Eindringen, denn ich hörte Sie mehreremale tief und ängſt⸗