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welchem noch freundliche, faſt zärtliche Blicke gewechſelt wurden, doch zog ſich die Schöne bald auf ihr Zimmer zurück. Auch Zacharias wollte eben die Reſtauration ver⸗ laſſen, als er einen alten Freund erblickte, der mit ſeiner Neuvermählten eine Vergnügungsreiſe unternommen hatte. Das liebende Pärchen gefiel dem jungen Manne. Eine Flaſche Rheinwein ſchlürfte ſich unter heiteren Geſprächen allmälig hinunter, bis die junge Frau ihren Mann durch wiederholtes Zupfen am Aermel erinnerte, daß es doch jetzt Zeit ſei, ſich zurückzuziehen.
Es gibt Gelegenheiten im menſchlichen Leben, Lagen, in welche uns der Zufall verſetzt, die uns oft zu zwingen ſcheinen, Handlungen zu begehen, die unſerem Willen gerade entgegenlaufen. Schwer hält es dann zu ſiegen, um ſo ſchwerer als wir uns gerne überreden, dieſe ſonderbaren Verwicklungen ſeien Fügungen des Himmels und unſer Feh⸗ len liege im Plane des Ewigen. Thörichter Menſch!— Wie ſtolz biſt Du ſonſt und prahleſt mit Deinem freien Willen, und wie leicht opferſt Du dieſen auf, und wie gerne, wenn nur Deinen Sinnen, Deinen Schwächen gehuldigt wird!
So zog der Zufall ſein Netz um Hartmann. Welche widerſtreitenden Gefühle wurden heute in ihm erregt und durch den Wein erhöht! Dazu mußte das Unglück wollen, daß das junge Pärchen auf ſeiner linken Seite logirte, und daß dies Zimmer gleichfalls nur durch eine dünne Thüre von dem ſeinen getrennt war.—
Mit großen Schritten ging er auf und ab. Weit offen ſtanden die Fenſter, um die kühle Nachtluft einzulaſſen; aber ſein erhitztes Blut war nicht zur Ruhe zu bringen.
„Horch!“— das war ein Kuß— noch einer— und


