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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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ſie nicht angeſteckt ſei. Zacharias ſuchte ſie auf alle Weiſe zu tröſten, verſicherte ſie, daß er, was auch der Wahrheit gemäß, früher eine Zeitlang mediciniſche Vorleſungen in ſeiner Vaterſtadt zu ſeinem Vergnügen beſucht habe, und daher mit Beſtimmtheit behaupten könne, daß dieſer Fall ohne weitere Folgen ſein würde. So entſpann ſich ein Geſpräch, das nach und nach heiter, ja anziehend wurde, und bei welchem nicht zu vermeiden war, daß ſich die ge⸗ genſeitigen Blicke trafen. Man gewann Intereſſe aneinan⸗ der, und ſah es gerne, wenn der dahineilende Wagen über recht große Steine flog, ſo daß man unwillkürlich gegen⸗ einander geworfen wurde, bei welcher Gelegenheit Zacha⸗ rias Fuß auch ſo glücklich war, ein paar volle, runde Waden zu entdecken.

Jetzt war die letzte Höhe erreicht, und vor den Reiſen⸗ den lag Darmſtadt im Abendlichte.

Da entſchlüpfte dem glühenden Jünglinge die Frage: Wo werden Sie abſteigen, mein ſchönes Fräulein? und auf die Angabe eines Gaſthofes betheuerte Hartmann, daß dies gerade auch der Gaſthof ſei, in welchem er übernachten würde, obgleich ihn ſein Erröthen Lügen ſtrafte, da er ſich früher für einen andern beſtimmt hatte.

Bald war das Wirthshaus erreicht. Die beiden Jüdin⸗ nen trennten ſich, indem Malchen hier Verwandte hatte, Zacharias' ſchöne Nachbarin aber den andern Tag weiter zu reiſen gedachte, und das Schickſal wollte es, daß er und ſeine Begleiterin in zwei aneinanderſtoßende Zimmer quar⸗ tirt wurden, welche durch eine wohlverriegelte Thüre ver⸗ bunden waren. Der Abend war bereits angebrochen, und beide Theile eilten daher ihr Soups einzunehmen, bei