Druckschrift 
Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

Was ſoll er denn koſten?

Vier Thaler, Mamſellchen.

Vier Thaler? warum nicht gar. Wir brauchen keinen Zweiſpänner, entgegnete mit etwas milderer Stimme die Erzürnte,ein einſpänniges Fuhrwerk thut dieſelben Dienſte.

Auch das können Sie für zwei Thaler und das Trink⸗ geld haben, antwortete ſchmunzelnd der Wirth.

Zwei Thaler? wiederholte die Fragende gedehnt.

Und das Trinkgeld.

Oder fuhr die Schöne fort und wandte ſich mit freundlicher Miene an Hartmanns ſtummen Nachbarn oder wäre der Herr vielleicht ſo artig, mir ſeinen Platz hier haußen zu überlaſſen? Denn in den Wagen gehe ich nicht für die ganze Welt zurück!

Wirth und Conducteur ſahen ſich lächelnd anz Zacha⸗ rias überlief es ſiedend heiß, und der ſtumme Freund nickte verdrießlich ſeine Zuſtimmung zu der erzwungenen Artigkeit.

Man ſtieg ein. Schnell trabten die Pferde von dannen, der Hauptſturm war vorüber, und aus dem Innern des Wagens tönte es nur noch gleich dem Murren eines fer⸗ nen Donners.

Armer Zacharias! auf welche ſchwere Probe wird Deine Treue geſtellt. Kaum wagleſt Du dies Mädchen anz zuſchen, und nun ſitzſt Du allein mit der üppigen Schönheit im Cabriolet; deren Knie Du berühren mußt, Du magſt wol⸗ len oder nicht, und deren freundlich blitzendes Auge Dein Blut immer mehr in Wallung bringt.

Was war zu thun? Als Mann von Welt konnte er nicht ſtumm neben ſeiner Dame ſitzen, die ohnehin noch immer in bittere Klagen ausbrach und ſich ängſtigte, ob