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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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dachte, ſondern von Herzen, und mit dem redlichen Willen, dies Verſprechen zu halten, ſeiner Geliebten ewige, un⸗ verbrüchliche Dreue ſchwur, und unter Küſſen und Thränen verſprach: ihrer ſtets zu gedenken. Erſt die grell tönende Glocke vermochte die Liebenden ihren Um⸗ armungen zu entreißen.

Mit dumpfem Brüten, einen Erdball auf dem Herzen, ſchlich er zu der Thüre hinaus, die ihn ſo oft ſelig einge⸗ laſſen, und aus welcher er ſo manchesmal mit guten und frommen Entſchlüſſen getreten. Die Freude am Reiſen war für den Augenblick erblaßt und die ſo ſehnlichſt gewünſchte Zukunft däuchte ihm nun ein Meer des Jammers. So erreichte er den Omnibus, welcher ihn nach Darmſtadt in den Gaſthof zurTraube bringen ſollte, woſelbſt er zu übernachteu gedachte, um den kommenden Morgen den neuen Principalen ſeine Aufwartung machen zu können.

In dumpfem Schmerze hatte Hartmann ſeinen Platz im Cabriolete des Omnibus eingenommen, ohne auch nur einen Blick auf ſeine Reiſegeſellſchaft zu werfen, und fand zu ſeinem Vergnügen an ſeinem Nebenmanne einen ebenfalls ſehr ſchweigſamen Cumpan. Es war ein herrlicher Tag. Friſch und kräftig wehte die Luft, und verſcheuchte die dich⸗ ten Nebel, welche dem Maine entſtiegen. Die warme Früh⸗ lingsſonne weckte die ſchlummernde Welt, und fand nur weniges Weißes mehr; denn die Berge allein zeigten noch ſilberne Häupter, und nur auf ihren Höhen hatte ſich der flockige Schnee noch halten können.

War es daher ein Wunder, daß unſer Freund, als er die hohen Häuſer der Vaterſtadt hinter ſich hatte, und ſeine Augen nun über die weiten Flächen ſchweiften, von