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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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feſſeln können, der allein ihm die Abreiſe ſchwer, ja ſchmerz⸗ lich machte die Stunde der Trennung von der Geliebten.

Clariſſe, ein herzensgutes, ſittſames und dabei wahr⸗ haft liebenswürdiges Mädchen, war es, die ſich ſein Herz, nachdem es einige Dutzend Liebſchaften untergeordneten Ranges durchgemacht, nun zur einzigen, wahren und hei⸗ ligen Liebe erkoren hatte. Nur der unglückliche Umſtand, daß Clariſſens Eltern ohne Vermögen waren, hatten unſe⸗ ren Zacharias bis jetzt verhindert, ihr ſein unwiderruf⸗ liches Verſprechen zu halten und ſie zum Altar zu führen. Denn da er die Geſinnungen der Seinen genugſam kannte, und wußte, daß man bei denſelben Reiz und Tugend nur nach Brabanterthalern zu würdigen verſtehe, ſo hatte er bis dahin nicht gewagt, ſeinen Alten eine ſolche tugendloſe (d. h. thalerloſe) Schwiegertochter in das Haus zu führen.

Jeder Verſtändige und nur einigermaßen mit dem Zeit⸗ geiſte Fortſchreitende wird wohl einſehen, wie ſehr hierin das Recht auf der Seite des alten Hartmann war, der ja, wie wir wiſſen, von Tugend, wie Falſtaff von der Ehre philoſophirte.

Uebrigens iſt es wahr, daß dieſe Liebe einen günſtigen Einfluß auf unſeres Helden Charakter ausübte, und nur zu bedauern konnte es daher ſein, daß das unſelige Verhäng⸗ niß den gutherzigen, aber dabei ziemlich leichtſinnigen Jüng⸗ ling ſo bald wieder den Augen ſeiner Schutzgöttin entzog.

Ich will es nicht verſuchen, die Scenen zu beſchreiben, welche ſich in dieſer Leidensſtunde in Clariſſens einfachem Gemach zutrugen; nur erwähnen werde ich, daß Zacharias, nicht etwa im Leichtſinne und indem er wie wohl hier und da gewiſſenloſe Leute thun das Gegentheil dabei