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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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Luſt an ſeinem Stände gänzlich verleidete. Streng recht⸗ lich, von Herzen gut, beſorgt für das Wohl und den Wohl⸗ ſtand ſeiner Familie, gehörte der alte Hartmann zu jenen

kännern, die außer dem Bereiche ihrer Geſchäfte ſo zu ſagen Nichts ſind. Kunſt und Wiſſenſchaft und alle die höheren Blüthen des Geiſtes kennen ſie nicht oder kaum dem Namen nach; Tugend und Verdienſt iſt in ihrer Sprache gleichbedeutend mit Vermögen und Einnahme, und ihr Gefühl erweckt nur der Klang des Goldes; denn an der Stelle ihres Herzens tragen ſie einen Geldſack und ihr Gehirn iſt eine geſchickte Rechenmaſchine. Wer reicher iſt als ſie, iſt ihr Abgott, wer gleiches Vermögen beſitzt, ihr Mitmenſch, wer weniger aufzuweiſen hat, ihnen verächtlich, und wer kein Geld hat, und ſei es der größte, der edelſte Menſch iſt ihrer Meinung nach ein Lump, oder exiſtirt für ſie gar nicht.

Ich habe ſchon manchesmal darüber nachgedacht, warum dieſe Zahlenſeelen, vorzüglich in großen Handelsſtädten und Geldariſtokratieen, nicht zuſammentreten und es dahin bringen: daß man jedem Menſchen eine Tafel auf den Rücken befeſtige und die Größe ſeines Vermögens darauf bemerke. Um wie viel würde alsdann der geſellige Umgang erleichtert ſein; da man auf der Stelle wüßte, ob und wie man mit einander ſprechen und umgehen könne. Nur düpf⸗ ten ſich dieſe Zahlengrößen nicht etwa einmal in eine Re⸗ publik verlieren, in welcher die Tafeln nur den Werth geiſtiger Schöne tarifirten, ſonſt möchte wohl manche Hun⸗ derttauſende zur Nulle herabſinken.

Daß hier nicht im Allgemeinen geſprochen, ſondern nur einer gewiſſen, aber leider noch zahlreichen Va von Kauf⸗