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Freuden und Leiden eines Commis Voyageur / [Heribert Rau]
Entstehung
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2 ſeinem nicht geringen Aerger im väterlichen Hauſe gerufen wurde hatte den Kaufmannſtand zu ſeinem Berufe erwählt; oder war vielmehr, wie dies ja meiſtens zu geſchehen pflegt, ohne ſeinen Willen und ſeine Neigung zu befragen, aus elterlicher Autorität zum Kaufmann beſtimmt, geſtempelt und in dem väterlichen Geſchäftshauſe in die Lehre ſeines Standes eingeführt worden. Lebhaft und unruhig von Natur, mit einer reichen, beweglichen und reizbaren Phan⸗ taſie und einer thatdurſtigen Seele begabt, konnte ihm das einförmige Leben in dem düſteren Comptoir, in welchem es ſelbſt um die Mittagsſtunden kaum Tag wurde, um ſo weniger zuſagen, als das Auge ſeines Vaters, der aus ſeinem Sohne einen ächten Geſchäftsmann nach ſeinem Bilde zu formen eifrigſt bemüht war, ihn ſtreng überwachte. Je gewaltſamer man aber einen Strom eindämmt, deſto mäch⸗ tiger wachſen ſeine Fluthen, und je ſtrenger Zacharias von dem Vater gehalten wurde, deſto heißer ſehnte er ſich hin⸗ aus aus der finſteren Schreibſtube in die luſtige, freie, leichtbewegte Welt. Was half es, daß die zärtlich⸗ſchwache Mutter dem Söhnchen die Börſe, wenn ſie erſchöpft war, heimlich füllte, oder ihn die Freuden des Lebens, nach ge⸗ ſchloſſenem Comptoir, in allen Farben und Geſtalten an⸗ lachten; er konnte ja doch alle dieſe Herrlichkeiten nicht mit frohem Herzen genießen! denn hier wachte mit Aengſt⸗ lichkeit die Mutter über die Geſundheit des einzigen Kindes, dort trat ihm der Vater mit Vorwürfen, Ermahnungen und Verboten entgegen. Was ihm aber den Aufenthalt im elterlichen Hauſe und Geſchäfte am drückendſten, ſeine Lehr⸗ jahre am peinlichſten machte, war ſein eigener Vater, der, als Typus einer eingefleiſchten Kaufmannsſeele, ihm die