leuten gedacht iſt, verſteht ſich von ſelbſt, und dieſer Art dürrer Naturen gehörte eben unſer alter Hartmann an.
Wie ſchroff mußten ſich nun, da Zacharias vielſeitig ge⸗ bildet und mit einem feinen Gefühle für alles Schöne be⸗ gab var, Vater und Sohn entgegenſtehen! Wie oft verwünſchte Letzterer die Calculationen und Arbitragen, die Gleichförmigkeit der Buchführung und das Collationiren und Addiren! Mit welcher Sehnſucht ſah er dem Ende ſeiner Lehrjahre entgegen; denn alsdann ſollte er in ein anderes Geſchäft und zwar als Reiſender eintreten, damit er die Welt ſehe und kennen lerne.
Hat doch die Sprache kaum ein Wort aufzuweiſen, wel⸗ ches— man nehme Liebe und Wein aus— den Jüngling mit größerer Seligkeit durchzuckt, als das Wort:„Reiſen!“ — Welche Maſſe von freundlichen Bildern gaukeln nicht vor ſeiner regen Phantaſie vorüber, wenn der Poſtillon des dahinfahrenden Eilwagens ſein ſchmuckloſes Trompeter⸗ ſtückchen bläst! Wie von Oberons Zauberhorn bethört, tanzen die leichten Gebilde des aufgeregten Geiſtes vor ſeiner ſchwindelnden Seele. Sieht er doch nichts als des Reiſens angenehme Seiten; mit welch' ganz anderen Gefühlen wird er einſt, hat er erſt Jahre auf der Landſtraße hingebracht, aus der Diligence ſteigen!—
Doch zur Sache!— Nach langem Schmachten und Seufzen waren endlich die Jahre der Lehre verſtrichen und, Dank der ausgebreiteten Bekanntſchaft des Herrn Papa, Zacharias hatte ſogleich eine andere Stelle. Denn eines
Morgens nach Eröffnung der Poſt, trat der alte Hartmann mit ſeiner ewig gleich⸗ernſten Miene zu des Sohnes Pult
und las demſelben folgenden Brief vor:
N.
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