pochte das Herz gewaltig. Er ſuchte einen Vor⸗ wand, ſich zu entfernen; vergebens, wie konnte der Bräutigam am Hochzeitvorabend die Braut verlaſſen? Die Zeit flog ihm pfeilſchnell voruͤber, er litt namenloſe Qualen in den Armen der be⸗ lohnenden Liebe. Zehn uhr war nun voruͤber, der entſcheidende Augenblick war gekommen. Ohne Abſchied ſchlich Wilhelm ſich von der Seite der Braut; ſchon war er mit ſeinen Werkzeugen vor dem Hauſe, da kam die Mutter ihm nach. Wo⸗ hin, Wilhelm?— fragte ſie aͤngſtlich. Ich habe
ein Wild angeſchoſſen, und es im Taumel ver⸗ geſſen, war die Antwort. Vergebens bat ſie, vergebens ſchmeichelte ihm Kaͤthchen, die in ſeiner verſtorten Eile etwas ahndete, was ihr unerklaͤr⸗ lich ſchien. Wilhelm drängte Beide zuruͤck und eilte in den Wald.
Ir.
Der Mond war im Abnehmen und ſtieg bun⸗ kelroth am Horizont herauf. Graue Wolken flo⸗ gen voruͤber und verdunkelten zuweilen die Ge⸗ Lend, die bald darauf ſich wieder piötzlich vom Mondſtrahl aufhellte. Die Birken und Aspen ſtanden wie Geſpenſter im Wald und die Silber⸗ pappel ſchien Wilhelmen wie eine weiße Schatten⸗


