Wilhelm ein, und vergeſſen war das nächtliche Vorhaben, als mitten im frohen Geſpräch die Mitternachtsſtunde ſchlug und Wilhelmen ſchauer⸗ lich an das Verſaͤumte erinnerte.
Noch eine Nacht nur iſt mir uͤbrig— dacht' er— morgen oder nie!— Die heftige Bewe⸗
gung in ſeinem Innern entging ſelbſt dem Greiſe
nicht, aber gutmuͤthig ſuchte er den Grund in Wilhelms Ermuͤdung, und entſchuldigte ſich des langen Geſpraͤchs wegen mit ſeiner Abreiſe, die er nicht länger als bis morgen fruͤh verſchieben koͤnne. Laß Dich das Stuͤndchen heut nicht reuen — ſagte er beim Auseinandergehn zu Wilhelm— Du ſchläfſt vielleicht nun um ſo ſanfter.
Fuͤr Wilhelm hatten dieſe Worte einen tie⸗ feren Sinn. Er ahndete dunkel, daß die Aus⸗ fuhrung ſeines Vorhabens die Ruhe des Schlafs von ihm ſcheuchen koͤnnte,
10.
Der dritte Abend kam. Was gethan werden ſollte, mußte heut geſchehn, denn auf morgen war die Probe angeſetzt. Den ganzen Tag hatte Mutter Anne mit Käͤthchen im Hauſe herumge⸗ ſchäftert, um den vornehmen Gaſt anſtändig zu empfangen. Am Abend war Alles auf das beſte


