Teil eines Werkes 
2. Band (1822)
Entstehung
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Die einzige Sorge der Bewohner dieſer Gegenden betraf die Vermaͤhlung der aufbluͤhenden Prin⸗ zeſſin, von der die Fortdauer dieſer ſeligen Zeiten und das Verhaͤngniß des ganzen Landes abhing. Der Koͤnig ward immer älter. Ihm ſelbſt ſchien dieſe Sorge lebhaft am Herzen zu liegen, und doch zeigte ſich keine Ausſicht zu einer Vermaͤh⸗ lung für ſie, die Aller Wuͤnſchen angemeſſen ge⸗ weſen waͤre. Die heilige Ehrfurcht fuͤr das koͤnig⸗ liche Haus erlaubte keinem Unterthan, an die MWöglichkeit zu denken, die Prinzeſſin zu beſitzen. Man betrachtete ſie wie ein uberirdiſches Weſen, und alle Prinzen aus andern Landern, die ſich mit Anſpruͤchen auf ſie am Pofe gezeigt hatten, ſchienen ſo tief unter ihr zu ſeyn, daß kein Menſch auf den Einfall kam, die Prinzeſſin oder der Ko⸗ nig werde die Augen auf einen unter ihnen rich⸗ ten. Das Gefuͤhl des Abſtandes hatte ſie auch allmaͤhlig alle verſcheucht, und das ausgeſprengte Geruͤcht des ausſchweifenden Stolzes dieſer koͤnig⸗ lichen Familie ſchien Andern alle Luſt zu beneh⸗ men, ſich ebenfalls gedemuͤthigt zu ſehn. Ganz ungegruͤndet war auch dieſes Gerucht nicht. Der Koͤnig war bei aller Milde beinah unwillkührlich in ein Gefühl der Erhabenheit gerathen, was ihm jeden Gedanken an die Verbindung ſeiner

Tochter mit einem Manne von niedrigerem Stande