Teil eines Werkes 
2. Band (1822)
Entstehung
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hagen, da alle niedrige, gehaͤſſige Leibenſchaften, wie Mißtöne von der ſanften harmoniſchen Stim⸗ mung verſcheucht wurden, die in allen Gemuͤthern herrſchend war. Frieden der Seele und inneres ſeliges Anſchauen einer ſelbſt geſchaffenen, gluͤck⸗ lichen Welt war das Eigenthum dieſer wunder⸗ baren Zeit geworden, und die Zwietracht erſchien nur in den alten Sagen der Dichter, als eine ehemalige Feindin der Menſchen.

Es ſchien, als haͤtten die Geiſter des Geſan⸗ ges ihrem Beſchuͤtzer kein lieblicheres Zeichen der Dankbarkeit geben koͤnnen, als ſeine Tochter, die alles beſaß, was die ſuͤßeſte Einbildungskraft nur in der zarten Geſtalt eines Maͤdchens vereinigen konnte. Wenn man ſie an den ſchoͤnen Feſten unter einer Schaar reizender Geſpielen, im wei⸗ ßen glaͤnzenden Gewande erblickte, wie ſie den Wettgeſängen der begeiſterten Saͤnger mit tiefem Lauſchen zuhoͤrte, und erroͤthend einen duftenden Kranz auf die Locken des Gluͤcklichen druckte, deſſen Lied den Preis gewonnen hatte: ſo hielt man ſie fuͤr die ſichtbare Seele dieſer herrlichen Kunſt, die jene Zauberſpruͤche beſchworen haͤtten, und hoͤrte auf, ſich uͤber die Entzuͤckungen und Melodien der Dichter zu wundern.

Mitten in dieſem irdiſchen Paradieſe ſchien jedoch ein geheimnißvolles Schickſal zu ſchweben.