Teil eines Werkes 
2. Band (1822)
Entstehung
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danken hatte. Eine war die Zärtlichkeit fur ſeine Tochter, die ihm als Andenken ſeiner fruͤh ver⸗ ſtorbenen Gemahlin und als ein unaus ſprechlich

iebenswuͤrdiges Mädchen unendlich theuer war,

und fur die er gern alle Schaͤtze der Natur und alle Macht des menſchlichen Geiſtes aufgeboten haͤtte, um ihr einen Himmel auf Erden zu ver⸗ ſchaffen. Die andere war eine wahre Leidenſchaft fuͤr die Dichtkunſt und ihre Meiſter. Er hatte von Jugend auf die Werke der Dichter mit in⸗ nigem Vergnügen geleſen; an ihre Sammlung aus allen Sprachen großen Fleiß und große Sum⸗ men gewendet, und von jeher den umgang der Sänger über Alles geſchätzt. Von allen Enden zog er ſie an ſeinen Hof und uͤberhaͤufte ſie mit Ehren. Er ward nicht muͤde, ihren Geſängen zu⸗ zuhoͤren, und vergaß oft die wichtigſten Angele⸗ genheiten, ja die Beduͤrfniſſe des Lebens uͤber einen neuen hinreißenden Geſang. Seine Lochter war unter Geſaͤngen aufgewachſen, und ihre ganze Seele war ein zartes Lied geworden, ein einfacher Ausdruck der Wehmuth und Sehnſucht. Der wohlthaͤtige Einfluß der beſchutzten und geehrten Dichter zeigte ſich im ganzen Lande, be⸗ ſonders aber am Hofe. Man genoß das Leben mit langfamen, kleinen Zuͤgen, wie einen koͤſt⸗ lichen Trank, und mit deſto reinerem Wohlbe⸗

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