Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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hier und da kleine Wohnhäuſer, von Gärten um⸗ geben. Dieſe Gegend führte ſchon damals den. Namen der Leopolbſtadt, zu Ehren des Monarchen, unter dem der Plan zu dem Stadttheil ausgeſteckt worden war, der hier gebaut werden ſollte; doch von der Stadt ſah man kaum die allererſten An⸗ fänge.

Es war ein ſonniger Frühlingsmorgen Ende Aprils 1794, als ein junger Mann ſich über den Donauarm fahren ließ, der die Inſel von Ofen trennt. Laue Lüfte wehten durch die Zweige, deren Knospen ſich ſo eben zu entfalten begannen; einige Mandelbäume ſtanden in voller Blüthe, der Raſen prangte in jener grünen Farbe, in der das warme Gelb vorherrſcht, man fühlte das ſehnſuchterweckende Erwachen des Frühlings. Doch der junge Mann ſchien für die Schönheit der Natur unempfindlich zu ſein, er eilte ſchnellen Schrittes dem Waldes⸗ dickicht zu, wandte ſich hier zu der Kloſterruine, deren Hauptmauer vom Epheu ganz umrankt iſt, und ſchlüpfte durch die niedrige Thieröffnung, denn häufige Ueberſchwemmungen hatten den Boden ſo hoch angeſchwemmt, daß man nur mit Mühe durch