nie. Meine Mutter pflegte dies Gefühl in mir; denn ſie glaubte, es werde, wie die Magnetnadel dem Schiffer, mir ſtets den rechten Weg weiſen, es wurde mein Fluch. Sie ſtarb als ich noch in der Schule war, mein Vater war ihr lange voran⸗ gegangen. Die Lehren, die ſie mir eingeprägt hatte, vergaß ich nie, ich verachtete jede Schmeichelei und meine Aufrichtigkeit und Offenheit wurde für Stolz und Verſtocktheit gehalten. Ich konnte mir nicht die Liebe meiner Schulkameraden erwerben; ich war ſtets einſilbig und verlaſſen inmitten ihrer luſtigen Scherze. Doch ich tröſtete mich darüber. Ein mütterlicher Verwandter war mein Vormund. Ich hatte die ganze Liebe, die ich für meine Mutter hegte, auf ihn übertragen. Sein Sohn, im glei⸗ chen Alter mit mir, war mein Spielkamerad. Ich hing an ihm mit ſchwärmeriſcher Freundſchaft. Ich galt für reich, meine Lehrer in der Schule waren zufrieden mit meinem Fleiße, und als ich meine Studien geendet hatte und vollährig ge⸗ worden war, winkte mir die glänzendſte Zukunft. Ein liebenswürdiges Mädchen war meine Braut; ich wähnte mich geliebt von ihr, ich war glücklich.
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