Teil eines Werkes 
2. Band (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

248

gegangen. Ich dagegen habe mich ſtets in der Welt geſchäftig herumgetrieben, ich liebte die Ge⸗ ſellſchaft und die Bewegung; für mich iſt der Ker⸗ ker eine doppelte Pein. Ich vertauſchte einen glück⸗ lichen Augenblick der Gegenwart nicht für ein gan⸗ zes Jahrhundert der Vergangenheit; und was die Zukunft anbetrifft, nun, ich wollte gern ein ganzes Jahr meines Lebens opfern, ja ich würde ein halbes Jahr länger im Kerker bleiben, wenn ich jetzt nur für vier kurze Stunden hinabgehen könnte in die Stadt, um in einem Kaffeehauſe die Zeitungen leſen zu können.

Der Dichter ſtand jetzt von ſeinem Bette auf, trat ans Fenſter und meinte, ſo ſehr er auch in der Zukunft lebe, denn an der Gegenwart könne ſich doch kein Freund der Freiheit erfreuen ſo ſtimme er doch in dieſem Falle Szulovßzky bei, und doch ſind dies geradezu Tantalusqualen, ſetzte er trübe fort,wir ſehen wohl unten an der Donau die erleuchteten Fenſter der Stadt, doch ſehnen uns vergebens nach einem Genuſſe, den alle Bewohner der Stadt ſo leicht haben können und den die meiſten gar nicht vermiſſen, denn das Be⸗