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dürfniß des Leſens iſt doch nur ein Bedürfniß der Minderzahl. Lege Dich ſchlafen!“ rief er Szu⸗ lovſzky nach einer Pauſe zu,„es iſt klüger, ſo thörichte Wünſche zu vergeſſen als ſie zu unſerer Qual zu nähren.“
„Ja wer heute ſchlafen könnte,“ ſagte Szu⸗ lovſzty,„ſo müde ich auch bin, ſchließe ich meine Augen vergebens, ſo thöricht auch mein Wunſch iſt, verfolgt er mich doch unaufhörlich.“
Der Offizier, der die Gefangenen bis jetzt gar nicht beachtet hatte, ſtand nun plötzlich vom Tiſche auf, an dem er gelehnt hatte, und die ſtarren blei⸗ chen Züge ſeines Geſichtes machten einen tiefen Eindruck auf Kazinczy. Er näherte ſich Szulovſky und ſagte:
„Ich ſehe, Sie wünſchen mit ihrem Freunde in die Stadt hinab zu gehen, um dort Zeitungen zu leſen. Sie ſetzen, wie es ſcheint, einen außer⸗ ordentlichen Werth darauf, Sie betrachten einige Stunden der Freiheit als ein Glück! Ich beneide Sie in dieſem Augenblick um Ihre Empfindungen und es freut mich, daß ich Ihrem Wunſch will⸗ fahren kann. Sie ſind frei für dieſe Nacht!—


