glauben Sie nicht, daß Sie mich erſchrecken, doch ich fühle mit Ihnen den Schmerz des Mutter⸗ herzens auf das Tiefſte, ich bin ja auch Vater, aus Rückſicht für Ihre Familie und wegen der Jugend des Angeſchuldigten will ich jetzt von der Strenge abgehen, die mein Amt mir zur Pflicht macht.“
Er ſchrieb ſchnell einige Zeilen und rief ins Nebenzimmer:
„Domine Frater Fekete! Sie werden die Frau Barvnin in das Franziskaner-Kloſter begleiten, wo Baron Ladislas iſt, hier nehmen Sie den Be⸗ fehl, daß er gleich in Freiheit geſetzt werde, dies
iſt doch einmal ein Auftrag nach Ihrem Herzen, nicht wahr?“ Er wandte ſich dann zur Baronin
und ſagte:„Ich hoffe, Sie ſind zufrieden mit mir, und werden nicht klagen über die Herzloſigkeit der Beamten.“
„Herr von Németh,“ rief die Baronin ſtolz, „zwiſchen uns iſt keine weitere Erklärung nöthig, wir kennen uns hinlänglich, daher iſt es überflüſſig, Sie zu verſichern, daß niemand es erfährt, was wir verhandelt haben.“ Sie reichte ihm die Hand zum Kuſſe.
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