Teil eines Werkes 
2. Theil (1855) Familiengeschichten
Entstehung
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ihr zuweilen kamen, eine der Kerzen nach der

andern aus, bis zuletzt nur noch eine einzige

brannte.

Rudolf verfolgte jede ihrer Bewegungen mit ſeltſamer Aufmerkſamkeit.So recht, ſagte er, als das Zimmer faſt dämmerig geworden war:Alles finſter iſt nicht das ganze menſch⸗ liche Leben zuletzt wie eine Kerze, die ſich ſelbſt

verzehrt, und ehe ſie noch zu Ende, kommt der

Tod und bläſt ſie aus? Sie müſſen das wiſſen, Eugenie, Sie ſind ja Dichterin, und die Dichter, ſagt man, verſtehen und wiſſen, wovon wir übrigen Erdenmenſchen höchſtens eine dunkle Ahnung haben....

Und dann, ſie plötzlich bei der Hand faſ⸗ ſend,Geſtehen Sie mir, Eugenie: Sie ſind wol recht unglücklich, nicht wahr?

Dieſe Wendung war ſo unvermuthet und der Ton, in welchem Rudolf ſie vorbrachte, von ſo ungewöhnlicher Weichheit, daß Eugenie darüber