Knabe hatte geweint, der Vater aber geſungen und geſprungen und ſich einen Kranz von Eichenlaub um den Hut gewunden.— Das Uebrige weiß der Leſer. Rudolph's Krankheit war unheilbar. Um ſich ſeiner Pflege deſto ungeſtörter widmen zu können, erwarb Helene das Landgut, auf welchem der Leſer ihr zuerſt begegnet iſt. Hier lebte ſie, einſam, von allen Menſchen geſchieden, ſich nur der Pflege ihres irrſinnigen Gemahls hingebend. Und es war ein ſchwerer Dienſt, dieſe Pflege; Rudolph war entſetzlich in ſeinem Wahnſinn; nie auf Erden, glaube ich, hat ein Weib ſo Bitteres geduldet als die Frau dieſes kranken unzu rechnungsfähigen Mannes. Aber ſie ertrug Alles mit himmliſcher Sanftmuth; war ein Weib nie unglück licher, ſo hat auch nie ein Unglück ein Herz mehr veredelt und gereinigt als in dieſem Falle.— Ru dolph lebte noch volle fünfzehn Jahre; er ſtarb in den Armen Helenens, mit zurückgekehrtem Bewußtſein und einem dankbaren Lächeln auf den Lippen. Hermann und Helene haben ſich auf Erden nicht wieder geſehen. Die Nachricht von Helenens Unglück und den ſchimpflichen Verirrungen ſeines Brubers Emil ſchlug ihn tief darnieder; mit der erſtern führte er jetzt wirklich einen Briefwechſel, der beiden Theilen zum innigſten Troſte gereichte, aber freilich ſehr entfernt war
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