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Die Umſtände begünſtigten die Ausführung des Planes auf eine wahrhaft verhängnißvolle Weiſe; ſowohl Rudolph's ſtörriſcher und unerträglicher Char⸗ akter, als Helenens phantaſtiſche Liebe für den fernen Hermann arbeiteten ihm in die Hände. Denn braucht noch erſt geſagt zu werden, daß die Briefe von Hermann ſämmtlich untergeſchoben waren und daß erkeine Ah⸗ nung hatte von der verliebten Rolle, welche Bruder Emil, mit dem er längſt allen Verkehr aufgehoben, ihn bei Helene ſpielen ließ? Der geneigte Leſer wird hoffent⸗ lich ein zu freundliches Bild von dem Jüngling empfangen haben, um dem Manne ein ſolches mehr als zweideutiges Beginnen zuzutrauen; wäre Her⸗ mann in der That von Helene um Rath gefragt worden, wie ſie ſich zu Rudolph verhalten ſolle, ſein Rath wäre gewiß anders ausgefallen...
Da beide, Emil wie Hermann, auf der Kaſſen⸗ ſtube des Herrn Nonnemann ſich faſt ganz dieſelbe Handſchrift angeeignet hatten, ſo war die Täuſchung um ſo leichter; auch war Emil zur Noth ſchon der Mann, der eine fremde Handſchrift nach⸗ ahmen konnte.— Denno ſollten die beiden Böſe⸗ wichte der gehofften Beute nicht froh werden, der Plan war zu fein zugeſchärft, die Spitze brach ab und ſprang gegen die Urheber zurück. Noch bevor die


