Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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Kind ſein mußte, weil er ihm ein Wiegenlied ſang. Der Mann war phantaſtiſch aufgeputzt; er trug eine alte zerriſſene braune Kutte, wie reiſende Handwerks⸗ burſche oder Maler in der Werkſtatt ſie zu tragen pflegen; um den grauen breitkrämpigen Hut hatte er einen Kranz aus Eichenlaub gewunden. Er ſaß mit dem Rücken nach mir gewendet und ließ ſich auch nicht ſtören, als ich leiſe auf den Zehen näher ſchlich, um das ſchlummernde Kind zu ſehen. Denn ich dachte an meinen kleinen Hermann und wie der wohl jetzt in ſeinem Bettchen läge und die Händchen vergeblich nach mir ausſtreckte..

Plötzlich wandte der Mann ſich um und zeigte mir ein gräßlich zähnefletſchendes Angeſicht.

Ah ſieh da, kreiſchte er,ſchönes Schätzchen, biſt Du doch wieder gekommen? Sie ſagten, Du wärſt fortgelaufen von Deinem tollen Manne willſt Du mir einen Kranz bringen, ſchönen grünen Kranz, um den Hut? Oder willſt Du nach unſerm Kindchen ſehen? Pſt, pſt, wecke unſer Kindchen nicht, es ſchläft!

Und damit fing er ſein Wiegenliedchen von nenem an.

Ich ſtand mit dem Fuß in den Boden gewur⸗ zelt o ihr rächenden Götter, wo ſind Eure Blitze?!