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Leiſe, mit den Schuhen in der Hand, ſchlich ich an die Thür; ich mußte an die Zeit gedenken, wo ich ſo des Nachts durch das alte finſtere Kaſſenge⸗ bäude zu meiner alten Dörte ſchlich..
Aber die Thür war von außen verriegelt; man hatte alſo die Möglichkeit einer Flucht von meiner Seite vorausgeſetzt und hatte mir die Mittel dazu abſchneiden wollen.
Indeſſen doch nicht ſo ganz: man hatte über⸗ ſehen, daß mein Zimmer zwar ein Stockwerk hoch lag, aber nach derjenigen Seite des Hauſes, wo daſſelbe an den Fels angebaut war; ein Sprung und ich war in Freiheit...
Es war eine rabenſchwarze Nacht, kein Stern zu ſehen weit und breit. Mühſam tappte ich meinen Pfad; die Gießbäche rauſchten hüben und drüben und rechts und links huſchten verſcheuchte Käuzchen aus dem Geſtein und ſtarrten mich an mit glühen Augen und verſchwanden wehklagend in der Dunkelheit. Wohin mein Weg mich eigentlich führte, ob zuruͤck nach der Stadt, ob tiefer ins Gebirge, ich wußte es nicht; ich tappte nur immer raſtlos vorwärts, einerlei wohin ich kam, es genügte mir, daß ich in Freiheit war...
Endlich, nachdem ich wohl zwei Stunden oder län⸗ ger ſo umhergeirrt, zeigte ein falber Streifen im Oſten, 1856. X. Helene. III. 18


