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Ruhe,„vielleicht kommt morgen Hermann und dann iſt dies ja Alles nicht mehr nöthig!“.
Fünfzehntes Capitel. Das Gericht.
Auch nach Entfernung des unheimlichen Beſuchs verhielt ich mich noch einige Zeit ganz ruhig; ich ließ mir ſogar, um Emil ganz ſicher zu machen, ein Abendeſſen auf die Stube bringen und ſtellte mich, als ob ich es mit dem beſten Appetit verzehrte. Dann legte ich mich ſcheinbar zur Ruhe; kaum aber daß Alles ſtill war im Hauſe und der Schleier der Nacht lag über das ſchweigende Gebirge ausgebreitet, ſo ſtand ich auf und ruſtete mich zu einer zweiten Flucht. Denn ſo wenig ich ſagen konnte, was hier eigentlich mit mir beabſichtigt ward, ſo deutlich ſtand es doch vor mir: Emil war ein Verräther und der Advocat ſein Spießgeſelle; die Schrift, die ich un⸗ terzeichnen ſollte, war untergeſchoben, der in Ausſicht geſtellte Beſuch des Grafen war eine Verabredung und ich ſelbſt das Opfer irgend eines nichtswürdigen Betruges.


