Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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262 Fierzehntes Capitel. Die Unterſchrift.

An einem klaren milden Juniabend, einem Abend, geſchaffen zu Werken des Friedens und der Dankbar⸗ keit, nicht aber zu ſolchen finſtern Thaten, wie ich ſie eben zu begehen im Begriffe ſtand, verließ ich das Haus des Mannes, mit dem ich faſt acht Jahre lang des Lebens Laſt und Weh getragen, ohne von ſeinen Freuden viel zu koſten.

Rudolph war von einer leichten Unpäßlichkeit befallen und in ſolchen Zeiten war ſeine Stimmung immer unnahbar. Auch heute wieder, recht als ob er mir den Abſchied erleichtern und mir ein Recht geben wollte zu meinem unglücklichen Beginnen, hatte er mich mit den ungemeſſenſten Zornausbrüchen verfolgt. Dennoch zitterte meine Stimme und meine Knie drohten zu brechen, als ich zum letzten Mal durch ſein Zimmer ging. Ich richtete eine theilnehmende Frage nach ſeinem Befinden an ihn und ſo unermeßlich ſind die Abgründe des Herzens, ſo räthſelhaft die Widerſprüche der menſchlichen Natur, daß ich verſichern kann, dieſe Frage war aufrichtig und theilnehmend gemeint. Er antwortete mir mit einem ſeiner gewöhnlichen