Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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Dir jenen Brief aus Madras ſchrieb, auf den mir leider keine Antwort von Dir zu Theil geworden. Aber nein, keine Vorwürfe, keine Klagen, überhaupt nichts von der Vergangenheit— nur Zukunft, Zu⸗ kunft, theure Helene! Dein Bild iſt der Stern meiner Zukunft; die Leiden, die Du ſeither ertragen, haben eine Glorie um Dich gewoben, durch die Du mir nur um ſo theurer nur um ſo verehrungswürdiger geworden biſt. Ja gleich den Büchern der Sybille—

Doch wozu die Geſchichte meines Falles weiter ausmalen? Ein Weib, das ſolche Briefe empfangen kann, iſt immer ſtrafbar und mögen ihre Gründe auch ſein, welche ſie wollen.

Endiich ward das Wort Flucht ausgeſprochen Hermann war es, von dem es ausging— oder

nein, nur ein Brief von ihm war es, in dem meine

Augen es zuerſt laſen— laſen und nicht erblindeten auf ewig..

Ueberzeugt, daß Rudolph's Widerſtand, in dem er nur einen rohen Trotz erblickte, auf keine an⸗ dere Weiſe zu brechen ſei, erklärte Hermann es für das Gerathenſte, daß ich Rudolph's Haus heimlich verlaſſe; vor dieſer vollendeten Thatſache werde der Eigenſinn meines Gatten ſich beugen und Zorn und Beſchämung würden ihm eine Einwilligung abzwingen,