Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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dieſer Gedanke zuerſt gekommen. Und darum ruht auch alle Schuld der nachfolgenden furchtbaren Kata⸗ ſtrophe allein auf mir; ich erkenne die Hand, die mich gezüchtigt hat und beuge mich vor ihren Streichen.

Hermann's Antwort ließ nicht auf ſich warten; ſie wurde mir durch Emil überbracht und ſprach in den lebhafteſten Worten ſeine vollſte und entſchie⸗ denſte Beiſtimmung zu der beabſichtigten Trennung aus. Der Brief ſetzte mich in namenloſe ſüße Ver⸗ wirrung: es war der Brief des glühendſten, hoff⸗ nungsvollſten Liebhabers und ſo gern ich es vor mir ſelbſt verleugnet hätte, ſo ſtiegen hei ſeiner Leſung doch auch in meinem Herzen Hoffnungen und Wünſche auf, die ich vor kurzem noch weit von mir gewieſen hatte.

Dem erſten Briefe folgten bald mehrere; in allen ſprach ſich dieſelbe treue Anhänglichkeit, dieſelbe begei⸗ ſterte Hoffnung auf baldige Wiedervereinigung aus.

„Glaube nur, thenre Helene, ſchrieb er(und ich kann nicht ſagen, wie wohl mir dieſes vertrau⸗ liche Dus that, gerade ſo wohl, wie die ceremonielle Anrede, mit der Emil, vielleicht aus Rückſicht für Rudolph, ſich bei mir eingeführt hatte)—„Glaube nur, daß Du mir noch eben ſo theuer biſt und daß mein Herz noch eben ſo feurig für Dich ſchlägt als damals, da ich zuerſt in die Welt ging oder da ich

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