Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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Dreizehntes Cayitel. Die Flucht.

Rudolph's Stimmung wurde immer finſterer, der Umgang mit ihm immer ſchwieriger, unſere äußere Noth immer dringender. Und da nun auch Emil nicht aufhörte zu drängen und zu mahnen, o wagte ich es eines Tages, während Rudolph brütend vor der leeren Leinwand ſaß, und ſchrieb einen Brief an Hermann, den Emil zu beſorgen verſprochen hatte. Ohne der Vergangenheit in ihren Einzelheiten weiter zu erwähnen, ſchilderte ich dem theuern Jugendfreunde meine gegenwärtige Lage malte ihm das Elend meiner Ehe, die Unzufriedenheit meines Gatten und die täglich zunehmende Verfinſterung ſeines Geiſtes aus und bat ihn, mir offen und brüderlich zu ſagen, ob er eine ſolche Ehe noch für werth halte fortgeführt zu werden oder ob es ihm rathſamer ſcheine, ſie zu löſen.— Gewiß muß eine Frau ſchon ſehr tief ge⸗ ſunken ſein, um eine ſolche Frage einem Dritten vor⸗ zulegen und mag es auch immerhin ihr beſter Ju⸗ gendfreund ſein; wo ein ſolcher Zweifel einmal ent⸗ ſteht, wo er ſogar laut wird, da iſt die Ehe bereits gelöſt und zwar gelöſt durch die Schuld deſſen, dem