Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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Sehnſucht ſich darauf und der Gipfel meiner Selig⸗ keit wäre es geweſen, hätte ich als Schweſter neben ihm leben, ihn pflegen und warten und ſo die glück⸗ lichſten Tage meiner Jugend erneuern dürfen. Mochte er ſeine Hand dann immer einer Andern reichen, ich beneidete ſie nicht, im Gegentheil: was ich an Hermann liebte, geliebt hatte, ſeit mein Herz zum erſten Mal raſcher geſchlagen, war mir ja doch un⸗ verlierbar, und ſo malte ich es mir aus als das größte Glück meines Lebens, die erſte Dienerin ſeiner Gattin ſeine ihre Kinder pflegen und warten zu dürfen und einſt, wie ſo eine Art alter Dörte, in ſeinem Hauſe, unter ſeinen Angen ſanft auszulöſchen. O Herr des Himmels, warum mufßte eine ſo reine und unſchuldige Flamme ſo entſetzlich gemißbraucht wer⸗ den?! Den einen Theil meines Wunſches habe ich erreicht: ich bin die Pflegerin ſeines Kindes, meiner kleinen geliebten, goldlockigen Helene, der geliebten Erbin dieſer Blätter wie Alles deſſen, was ich irgend beſitze— aber um die andere Hälfte meines Wun⸗ ſches bin ich ſchmählich betrogen worden.

1856. X. Helene. III. 17