Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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und das für ihn ſo wenig aus Roſen geflochten iſt wie für Sie, nicht gelöſt werden? Das Herz meines Bruders gehört Ihnen unwandelbar; nur ein Wort, ein Wink von Ihnen und er liegt Ihnen zu Fü⸗ ßen. Schlagen Sie Rudolph eine gutwillige Tren⸗ nung vor; das Einzige, was Sie bei ihm zurückhalten könnte, iſt das Kind, nun und Sie haben mir ja oft mit Thränen geklagt, in wie geringem Grad der kleine Hermann ſich der Liebe ſeines Vaters zu er⸗ freuen hat. Was das hübſch von Ihnen iſt,“ fuhr er fort„daß Sie den Knaben Hermann genannt! Und welche Freude Sie meinem armen Bruder damit gemacht haben! Soll ich Ihnen vorleſen,“ indem er in ſeinem Taſchenbuch blätterte,„was mein armer Bruder darüber ſchreibt? Soll ich Ihnen überhaupt vorleſen, was er von Ihnen ſchreibt, Coufine? Ich trage ſeine Briefe immer bei mir, ſie ſind gar zu rührend

„Nein, nein,“ rief ich, in athemloſer Angſt ihm in den Arm fallend,„ich will nichts hören, leſen Sie nichts, ja brechen Sie dies Geſpräch ab: denn es zermartert meine Seele!“

Aber es giebt auch Martern, die ihre Süßig⸗ keit haben und nach denen wir, ſo weh ſie uns thun, immer wieder aufs neue verlangen. Emil