Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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daß mein Schweigen auf ſeinen Brief ihn lange in die tiefſte Schwermuth verſenkt und daß er noch jetzt, nachdem er längſt erfahren, daß ich Rudolph's Frau geworden, mir noch immer die innigſte und zärtlichſte Verehrung bewahrte; die glänzendſten Partien, verſicherte mir Emil, hätte ſein Bruder machen können, wenn nicht mein Andenken ihn daran verhinderte.— Einſchalten muß ich dabei, daß ich ſelbſt es geweſen, die Hermann's Brief zuerſt zur Sprache gebracht; ich bedurfte einer Rechtfertigung, zum wenigſten einer Verzeihung und da ſchien es mir das Allernächſte und Natürlichſte, Emil, den Geſpielen meiner Jugend, Hermann's Bruder, zum Vertrauten zu machen.

Und mit welcher Zartheit, welchem feinen ent⸗ gegenkommenden Verſtändniß nahm Emil mein Ver⸗ trauen auf! Wie durchſchaute er ſo ganz das Elend meines verfehlten Lebens und wie beklagte er es, daß ich mich nicht an Hermann's treuen Buſen ge⸗ flüchtet, ſo lange es noch Zeit war!

„Und es iſt noch Zeit,“ ſagte er,„Sie ſind noch zu jung, thente Coufine, das Leben hat noch zu viel Rechte an Sie, Sie dürfen Gedanken an beſſere Tage noch nicht ſo ganz aufgeben. Iſt Rudolph unſterblich? Kann das Band, das ſie zuſammenfeſſelt

„