251
allein auch ein faſt fürſtliches Vermögen kann durch eine mehr als königliche Verſchwendung endlich er⸗ ſchöpft oder doch wenigſtens zerrüttet werden.
Und dies Ende ſtellte ſich bei Graf Waldemar ſehr raſch ein. Er trieb die tollſten Streiche, baute Paläſte und riß ſie ein um ſie wieder neu zu bauen, ging die höchſten Wetten ein, ſpielte unſinni⸗ ges Spiel und da er gleichzeitig ſeine zahlreichen Güter fremden Händen zur Verwaltung überließ, ſo gerieth er bald in ſehr unangenehme Derangements. Um ſie zu decken, wurden Summen über Summen aufgenommen und die Einkünfte ganzer Jahre zu Spottpreiſen an Wucherer und Geldmäkler ver⸗ ſchleudert. Es war die Schule ſeiner Mutter und hätte ſie noch gelebt, ſie hätte ſich nicht beklagen dürfen, wenn ſolche Saat ſolche Früchte trug.
Der haͤrteſte Schlag traf den jungen Verſchwen⸗ der, als Gräfin Conſtanze, die auf ſeinen Geſchmack ganz eingegangen war, plötzlich durch ein heftiges Fieber dahingerafft ward. Die Ehe war kinderlos geblieben und ſo fielen die ganzen bedeutenden Gü⸗ ter, welche ſie ihm als Morgengabe mitgebracht, an die Familie der verſtorbenen Frau zurück. Da nun auch Waldemar's eigenes Beſitzthum Majorat war, über das ihm nur eine ſehr beſchränkte Verfügung


