Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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geſellte. Die äußere Exiſtenz eines Künſtlers, der ledig⸗ lich auf ſeine Kunſt angewieſen iſt, hat allemal etwas Prekäres und es gehören eigenthümlich ſtarke und be⸗ ſonnene Charaktere dazu, um nicht früher oder ſpäter in Conflicte mit der Proſa des Lebens zu gerathen, die endlich auch den poetiſchen Gehalt des Künſtlers in Gefahr bringen.— Rudolph's erſte Gemälde hatten, wie der Leſer ſich erinnert, großes Glück gemacht. Allein es iſt auch erzählt worden, welche ſtrengen Grundſätze er in Betreff des Zeitgeſchmacks hatte und wie ſehr ſein Künſtlerſtolz ſich weigerte, demſelben irgend welche Zugeſtändniſſe zu machen. Das war gewiß ſehr brav und edel von ihm, nur hätte er dazu müſſen nicht als armer Künſtler geboren ſein, ſondern als reicher Mann; für einen Künſtler, der ſein Ta⸗ lent in Gold umſetzen und Frau und Kind davon ernähren ſoll, wird es immer ein ſehr gewagtes Unternehmen ſein, gegen den verderbten Geſchmack der Zeit anzukämpfen.

Nüchtern und mäßig, wie er war, hatte Ru⸗ dolph als Junggeſelle einige Erſparniſſe gemacht und dieſe halfen uns denn über die erſten Jahre unſeres Eheſtandes glücklich hinweg. Auch kam uns dabei die kleine Erbſchaft zu ſtatten, welche meine unglückliche Mutter hinterlaſſen und die ſie mir in